1998
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Der Jahrgang 1998 begann unter günstigen Vorzeichen. Trotz teilweise launischen klimatischen Bedingungen versprach die Ernte sowohl fruchtige und verführerische als auch fleischige Weine mit großer Struktur. Nach rzen Kaltperioden im Januar/Februar konnten die Reben von überdurchschnittlichen Temperaturen im März profitieren.  Im April wurde das ruhige Wetter von einer Kälte- und Regenperiode unterbrochen. Der Mai brachte dann eine Rückkehr der milden Witterung, die eine schnell fortschreitende Entwicklung des Rebwachstums bedingte. Eine leichte Abkühlung im Juni verlangsamte das Ende der Blüte. Im Verlauf des Sommers, der sich im allgemeinen als warm und trocken erwies, verursachten Gewitter mit Hagelschlägen einige Schäden in den Weinbergen. Im August löste die Hitze der Hundstage ein schnelles Wachstum der Trauben und den Beginn einer vielversprechenden Reifung aus. Der Regen im September konzentrierte sich glückicherweise auf die ersten und letzten Tage des Monats, so dass die Weinlese unter strahlendem Himmel bei hervorragenden Bedingungen durchgeführt werden konnte. Das Lesegut stellte sich in guter Verfassung dar, allerdings war es oftmals nötig, eine Selektion der Trauben vorzunehmen, da die Beeren an manchen Orten von Pilz befallen waren. Insgesamt garantierte ein mittlerer Zuckergehalt und Säureanteil ein gutes Potential.

Die Erntemenge bewegte sich im Mittel der letzten Jahre. Der 98er Jahrgang ist durch eine gewisse Unterschiedlichkeit im Stil der Weine gekennzeichnet. Dabei sind die Rotweine von ansprechender Farbe, im Mund von ausgewogener Struktur mit gut entwickelter Frucht sowie gestützt durch geschmeidige und harmonische Tanine, die den Weinen eine vielversprechende Zukunft verleihen.

Jahrgangsbeurteilungen

“Wir finden Weine vor, die, wie ich annehme, große Popularität geniessen werden, die sich durch reine, reife, verführerische Frucht charakterisieren und durch eine gute Säure- und volle Tanninstruktur – die Tannine sind jedoch nicht zu streng – unterstützt werden....Die 98er sind mittelgewichtig, es sind keine blockbuster. Die Tannine sind reif und eingebunden. Die Säurewerte sind gut, jedoch nicht ganz so hoch wie 1996. Es gibt eine herrliche, wirklich mit Vergnügen zu bemerkende Konzentration sehr reintöniger Pinot Frucht. Die Weine haben Länge und Sex Appeal. Ich mag sie sehr und habe bereits eine nicht unbedeutende Menge von ihnen reserviert...“ (Coates)

"In diesem Jahrgang konnten wir erfolgreich die begonnene Arbeit der biologischen Bewirtschaftung des Weinbergs weiterführen. Die Ernte selbst begann am 21. September bei stets trockenem Wetter, das bis zum Ende der Erntearbeit andauerte. Nach strenger Selektion, die darauf zielte, die aufgrund der großen Hitze des Juli vertrockneten Beeren sowie jene wenigen Beeren, die von Fäulnis bedroht waren, auszusondern, ergaben die Trauben, die hohe natürliche Zuckerwerte auswiesen, einen sehr vielversprechenden Most.
Die Weine haben all jene Konzentration, das Gleichgewicht und die Fülle, die wir am Pinot Noir so sehr schätzen. Die Harmonie und die Vielfalt der Aromen, die sich würzig und fruchtig zeigen, sind verführerisch und weisen eine beachtliche Freigebigkeit aus. Die Weine schmeicheln bereits in ihrer Jugend den Sinnen, da die Tannine reif und saftig sind. Unterstützend wird die Säure ihnen zu einer sehr guten Haltbarkeit verhelfen."
(Anne Gros, Vosne-Romanée, 12/99)

"1998 ist ein Jahrgang, in dem die Unterschiede der Premier und Grand Crus einerseits sowie der übrigen Weine andererseits deutlich akzentuiert sind. Die erstgenannten tragen deutlich den Sieg davon, wenn man die Stufenleiter der Qualität betrachtet..." (Georges Pertuiset, Vorsitzender der frz. Sommelier-Union)

"Die Pinot Noir Weine, die ich verkosten konnte, waren allesamt von guter Struktur, zeigten reife Tannine, eine schöne Konzentration der Aromen und eine intensive Frucht.....zusammengefaßt zeigt sich der Jahrgang 1998 von sehr guter Qualität, mit Vorteilen für die Rotweine, jedoch auch mit einigen exzellenten Weißweinen." (Markus del Monego, in ’98 zum weltbesten Sommelier gewählt) 

 

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Zuletzt geändert am Samstag, 19. Februar 2005