2003 ist ein Jahr, wie es im Burgund seit langem nicht mehr vorgekommen ist. Man muss ca. 2 Jahrhunderte zurückrechnen,
um die gleichen klimatischen Bedingungen wiederzufinden. Eine ähnliche Hitze und Frühreife bei den Trauben ist wirklich außergewöhnlich. Das Ergebnis: die Trauben sind gesund und schön reif und geben Weine
von einer schönen Farbe, fruchtig, reichhaltig und schön strukturiert, die perfekt das Terroir im Burgund widerspiegeln. Die außergewöhnlichen klimatischen Bedingungen haben den vegetativen Zyklus der Rebe nicht zu sehr gestört.Von Ende Mai
bis zum Ende der Ernte herrschte eine heiße Witterung einhergehend mit großer Trockenheit. Dank guten Wasserreserven, die im Laufe des Winters angesammelt wurden sowie mit Hilfe einiger sommerlicher Schauer
hat die Rebe wenig unter der Trockenheit gelitten und präsentierte sich erstaunlich widerstandsfähig. Die Reife der Trauben begann sehr früh und ergab einen spektakulären Zuckergehalt. Die ersten Trauben
wurden am 13. August im Süden von Burgund geerntet. Die Winzer mussten Ihre gesamten Fähigkeiten aufbieten,um die hohen Temperaturen zu beherrschen und das außergewöhnliche Potential der Trauben
auszuschöpfen.
Rotweine Sie stellen sich in tiefrotem Kleid und intensiven Farbnuancen vor. Ihr Bukett ist von einer außergewöhnlicher Komplexität. Im Mund konzentrieren sich
reife rote/schwarze Früchte und exotische Geschmacksnuancen, bei denen Pfeffer und andere Gewürze vorherrschen. Im Mund präsentieren sich die Weine reich, fleischig und rassig. Die eleganten Tannine
verleihen den Weinen eine feste und grandios ausgewogene Struktur, die ihnen eine lange Zukunft versprechen. Weißweine Die Weißweine sind sehr angenehm und harmonisch. Ihre intensiven Aromen
und gelbe Fruchtnuancen drücken sich in Frische und in Eleganz aus. Im Mund zeugen sie von großer Rasse. Sie haben großen Charme und sind sehr stilvoll.
Das Fazit von Michel Bettane (Revue de Vin): "Die Erntemenge ist um 20-50% niedriger als im Durchschnitt der letzten 5 Jahre (Spätfrost im April, Hagel hier und dort, Trockenheit über einen langen
Teil der Vegetationsperiode). Wo die Vorraussetzungen im Weinberg, der geeignete Erntezeitpunkt, minutiöse Auslese und angepaßte Extraktion zusammengekommen sind, sollten die Rotweine allerdings - das zeigen
die ersten Berichte übereinstimmend- tieffarben, konzentriert, mit sehr guter Struktur versehen, generös und sogar seidig in den Tanninen sein. Aufgrund der relativ niedrigen Säure wird das Moment der Rasse
und Finesse sicher nicht so ausgeprägt sein wie bei den wunderbaren besten 2002ern, aber, was die Haltbarkeit angeht, sei nur an 1947 erinnert, einem der größten Burgunderjahre überhaupt im 20. Jahrhundert,
in dem die Säure auch recht niedrig war und aus dem gut gekellerte Weine noch jetzt großartig sind! Was nur zeigt, daß Émile Peynaud
, der große Lehrmeister aus dem Bordeaux, recht hatte, als er schrieb:"Je tanninreicher ein Rotwein ist, desto weniger Säure darf
er haben." (Peynaud, Die hohe Schule für Weinkenner, Zürich 1984). Und einen Mangel an reifen Tanninen wird man den besten 2003ern nicht vorwerfen können!"
Abschließend noch einige persönliche Anmerkungen: Ich denke, dass insbesondere die Weine von Jean-Michel Guillon, Alain Jeanniard, Amiot Père et Fils und Roger Belland
ganz exquisite Weine des Jahrgangs hervorgebracht haben. Die Weine dieser Winzer sind ungemein konzentriert, nuancenreich und komplex. |