Von Jahr zu Jahr verschieden Es ist unmöglich, die Aussage, ein Jahrgang sei gut, mittelmäßig oder schlecht, auf alle Anbaugebiete zu übertragen. Zu unterschiedlich sind die klimatischen
Gegebenheiten. Jede Region weist Eigenheiten auf; darüber hinaus unterscheiden sich auch die Einzellage oder Appellationen, da jede ihr eigenes Mikroklima hat. Faktoren wie eine bestimmte Lage auf einem
Hang, die Nähe von Wäldern oder Buschwerk, aber auch die Topographie der nächsten Umgebung tragen allesamt dazu bei, eine bestehende Jahrgangstendenz abzuschwächen der zu verstärken. So können einerseits
erstaunliche Erfolge, andererseits aber auch mäßige Ergebnisse festgestellt werden. Dies gilt nun insbesondere für die Region Burgund, hier besonders für die Côte d’Or mit ihren vielen hundert
Einzelparzellen, die in Folge der französischen Erbgesetze entstanden sind. Das bekannteste Beispiel dieser Zersplitterung ist der berühmte Clos de Vougeot. Die 50 ha große mit einer Steinmauer umgebene
Grand Cru-Lage verteilt sich auf nicht weniger als 80 (!) Besitzer.
Klar ist, dass in Burgund die Qualität eines Jahrgangs ganz generell eine weitaus größere Rolle spielt als in südlicheren Regionen.
In großen Jahren wie 1996, 1995, 1990 und 1989 entstanden voll konzentrierte Weine, die einige Jahre der Reife brauchen, bis sie optimalen Trinkgenuss bereiten.
 Fielen früher in schlechten Jahren die Weine oft recht spröde und verhalten aus, so gelingen ambitionierten
Winzern dank rigoroser Ertragsreduktion heute auch in schwierigen Jahren (wie zum Beispiel 1994) ansprechende Weine, die zwar weniger konzentriert, dafür früher trinkreif sind (Th. Vaterlaus - Die Weine aus
Burgund).
Wie in allen Weinbaugebieten besteht auch in Burgund für jeden Jahrgang ein allgemeingültiges Bild, in das einzelne Erzeuger ihre individuelle Zeichnung einfügen.
Ein ungeschickter Kellermeister bringt auch in einem besonders guten Jahr nicht urplötzlich Wunder an Wein zustande, ein geschickter Kellermeister aber kann überraschend ansprechende Weine auch dann
bereiten, wenn die Voraussetzungen nicht die allergünstigsten sind (S. Sutcliffe - Burgund 1999/2000).
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