“Der wohl bedeutendste Vertreter der illustren Pinot-Familie, der wir sämtliche großen Rotweine aus
Burgund, den Pommard und Beaune ebenso wie den Corton, Romanée-Conti, Musigny und Chambertin verdanken. Als typische Sorte für kühlere Weinbauregionen ist er in der Champagne verbreitet und findet
sich im Elsaß und an der Loire, besonders in der Umgebung von Sancerre, in Frankreich insgesamt rund 22000 ha” (H. Dippel - Weinlexikon).).
Es gibt keine Rebsorte, die es mit der Traube der Côte an Bukett und
Geschmacksfülle aufnehmen könnte. Allerdings schwingt sich die Rebe nur in Burgund zu diesen unerreichten Höhen auf, auch wenn die Traube
mittlerweile in Deutschland (dort heißt die Rebe Spätburbunder), Österreich und der Schweiz angepflanzt wird. In der letzten Zeit wird sie auch vermehrt
in Australien und Kalifornien zur Weinerzeugung herangezogen. In diesen Anbaugebieten bereitet die Rebsorte allerdings Probleme. Darüber hinaus ist
der Pinot noir in der Champagne ganz unverzichtbar, wo sie als dritte Traubensorte neben der Chardonnay-Rebe und dem Pinot meunier (Schwarzriesling) zur Champagnerherstellung herangezogen wird.
“Er treibt früh aus und reift auch früh, er ist frost- und kälteanfällig und reagiert auf kühles Wetter während der Blüte sehr empfindlich. Der Pinot
noir liebt kalkhaltigen, mergeligen Boden und gedeiht in übermäßig heißem Klima nicht gut. Daraus erklärt sich auch der Mißerfolg dieser Rebe im Napa Valley in Kalifornien, wo
es ihrem Wein ganz einfach an Finesse fehlt. Die Blätter der Pflanze sind dunkelgrün und mittelgroß,
die Fruchtstände klein und walzenförmig mit eng beieinander stehenden Beeren. Bei feuchtem Wetter sind sie deshalb für Schimmel und Fäulnis anfällig. Die Beeren sind blauschwarz, schwach oval und
relativ dickschalig. Allerdings hat die konsequente Klonselektion im Lauf dieses Jahrhunderts dazu geführt, daß die heute üblichen Typen dünnere Schalen haben. Die Farbe des Weins stammt nur aus
der Schale, denn Fruchtfleisch und Saft sind farblos. Es ist erfreulich zu sehen, daß es vielen Erzeugern auch 1984, als die Traubenschalen nicht so dick wurden, sehr wohl gelang, Wein mit guter
Farbe hervorzubringen - ein Anzeichen dafür, daß die Weinbereitungstechnik große Verbesserungen erfahren hat (...)
Es hat sich als kaum möglich herausgestellt, daß bei einem Ertrag von über 35 hl/ha wirklich großer Rotwein entstehen kann; in einem Jahr mit gesundem Ertrag
können aber auch bei 40 hl/ha ohne weiteres gute Weine hervorgebracht werden. Aber schließlich braucht auch nicht jeder einfache Burgunder für lange Lebensdauer bestimmt zu sein - ebensowenig wie jeder
Bordeaux die Rolle eines Cru classé spielen kann” (S. Sutcliffe – Burgund 1999/2000).
Wenn alle o.g. Voraussetzungen erfüllt sind, ergibt der Pinot noir den beeindruckendsten Wein der Welt, der vor
Frucht und Eleganz überquillt aufgrund der herausragenden Dichte seiner Tannine. Jedoch darf das Tannin niemals die Fruch erdrücken, damit die unvergleichlichen Aromen roter Früchte wie
Johannisbeeren, Himbeeren, Brombeeren usw. zum Ausdruck kommen können. Deshalb muss die Weinlese stattfinden, wenn die Trauben ihren höchsten Reifegrad erreicht haben. Und dies ist nur
möglich, wenn man das Lesegut per Hand sammelt und aussortiert.